Steckbrief:
Hypancistrus sp.
Arabesken Harnischwels, Queen Arabesque Pleco
L260
Herkunft: Brasilien, Pará, Rio Tapajos
von Itaituba bis Santarem
10-12 cm
Temp.: 27-30°C
Kein Vegetarier, eher carnivor

Interner Fotolink:
Bilderseite L260, Queen Arabesque Pleco 
Externer Fotolink:
http://www.aquacorner.de/aquacorner/l260.html
http://www.jjphoto.dk/fish_archive/aquarium/hypancistrus_species_l260.htm 
http://www.amazon-fisch.de/amazonfisch/fisch/wels/l_welse/l260.htm 
Zucht:
http://www.cichlidengemeinschaft.de/forum/thread.php?threadid=146 
http://www.cichlidengemeinschaft.de/forum/thread.php?threadid=814
Allgemein:
http://www.planetcatfish.com/catelog/loricari/hypancis/229_F.PHP 

Literaturhinweise:
DATZ 6/1998.
DATZ 12/2005, Seite 11.
AMAZONAS Nr. 2 November/Dezember 2005, Seite 26 bis 35.
Evers & Seidel Welsatlas Band 2
, 1. Auflage, 2005 Seite 597 bis 598.
Geschlechtsunterschiede:
Die Unterscheidung der Geschlechter ist im Jugendalter kaum möglich. Die (wenigen) Geschlechtsspezifischen Merkmale bilden sich erst spät aus und sind auch dann nicht immer sicher für den Normalaquarianer zu bestimmen. So kann sich ein grosses Weibchen
nach langer Zeit doch als ein kleines Männchen
entpuppen.
Grundsätzlich kann man sagen das das
grösser und bulliger als das
sind und wesentlich längere Interopercular Odontoden ausbilden. Auch auf dem Pectoralstachel sind die Odontoden der 
wesentlich länger ausgebildet bzw. beim
kaum bis überhaupt nicht zu erkennen.


Wie vielen Berichten zu entnehmen ist sind
im Handel ausgesprochen selten anzutreffen. Die Gründe dafür sind noch nicht sicher geklärt.
Wer diesen schönen aber scheuen Wels in einer Gruppe kauft, sollte darauf achten einige kleine Exemplare mit zu kaufen. Meistens macht man beim Kauf den Fehler nur die grössten und stärksten Fische zu wählen. Das würde in diesem Fall bedeuten das die Wahrscheinlichkeit nur 
zu kaufen nahe 100% liegt! Wenn aber im Gegenteil auch einige kleinere Exemplare in der Gruppe sind, erhöht sich die Chance das eines davon ein
ist wenigstens etwas...
Allgemeines:
Der L260 stammt aus dem Rio Tapajos im Bundesstaat Pará in Brasilien. Der Tapajos ist ein grosser Klarwasser führender Strom der jahreszeitlich bedingt zumindest bei der Temperatur kaum Schwankungen unterliegt. Das bedeutet das die Durchschnittliche Temperatur wirklich 27° bis 29°C beträgt. Das Wasser ist sehr weich und leicht im sauren Bereich (pH ~6,4). Die Bilder die im Netz zu finden sind, zeigen meist einen idyllischen Sandstrand am Flussufer oder reissende Stromschnellen...
Die Welse werden aber wohl meist in den Nebenarmen des Flusses gefangen wo Sandboden mit Felsbrocken und Treibholz den natürlichen Lebensraum bilden. Die Strömung wird nicht so extrem wie im Hauptarm des Flusses ,aber doch deutlich vorhanden sein.
Im Aquarium bedeutet das folgendes: Sauerstoffreiches, weiches leicht saures Wasser mit deutlicher Strömung (nicht übertreiben!). Sandboden, einige Steine ein wenig Holz zu Verstecken zusammengebaut. Die Beleuchtung nicht zu hell wählen. Falls möglich Wasseroberfläche mit Pflanzen bedecken (im länglichen Becken sehen Riesenvalisnerien recht gut aus wenn sie sich in der Strömung flutend auf die Wasseroberfläche legen). Pflanzen werden vom L260 verschmäht.
Zur Zucht kann ich nur vom Hörensagen berichten... Es haben sich enge längliche Behältnisse (Tonröhren) mit nur einer Öffnung in die das Paar gerade hineinpasst wohl als gut erwiesen. Die Temperatur muss nahe 30°C liegen.
Als Laichreiz würde ich mehrere Wasserwechsel innerhalb kürzester Zeit machen und evtl. auch einmal ein wenig Filterwatte im Aquarium ausdrücken um eine kurzzeitige Trübung des Wassers hervorzurufen. Mit diesen Aktionen kann man sehr gut den Beginn der Regenzeit simulieren. Eine vorherige gute Fütterung mit Mückenlarven und den "Lieblingsfuttertabs" sollte auch helfen.
sst
Tagebuch:
08/02:
Bei einem Privaten Züchter sah ich drei mir bis dahin unbekannte, sehr schöne Welse. Er erklärte mir das es sich um L260, Queen Arabesque Pleco´s handelte. Er hatte sie auch mehr zufällig über einen anderen Privaten Züchter bezogen und konnte mir leider keine Angaben über die erforderlichen Pflegebedingungen geben. Er versprach mir aber die Tiere bis zum Wochenende zurückzuhalten. Über das Internet bekam ich dann heraus das dieser Hypancistrus aus dem Rio Tapajos stammt. Die Werte des Tapajos bekam ich über eine Seite in Brasilien heraus. (Da ich es sehr mühselig fand die Werte herauszubekommen, habe ich meine andere Homepage
jetzt auf die Südamerikanischen Wasserwerte umgestellt - Soll heissen: Alle Wasserwerte der Region die ich finde werden in Listen aufgenommen und Online gestellt.) Noch am Wochenende holte ich die drei ab. Im Quarantänebecken hatte ich die Gelegenheit ein paar Foto´s zu machen. Nach fast drei Wochen kamen die drei in das grosse Becken, wo sie sich auch gleich Verstecke suchten und seit dem auch nur zum fressen herauskommen.
09/02:
Bei meinem Händler noch einen L260 entdeckt und gleich mitgenommen. Die anderen drei haben sich langsam eingewöhnt und zeigen sich immer öfter. An Futter gehen am besten S**a Viformo und Spirolina Tabs. Gurke, Paprika, Melone und Banane die ich an meine Ancistrus verfüttere werden bei mir nicht angerührt. Bin aber ziemlich sicher das sie von den gefrorenen roten MüLa´s gefressen haben (Na ja, zumindest einen hab´ich dabei beobachtet).
11/02
Allen vieren geht's gut. Die Burschen haben neues Lieblingsfutter: Tiefkühl Daphnien und JBL Novo Granulatfutter! Damit kann ich sie manchmal auch in hellster Beleuchtung heraus locken.
12/02
Einer legt jetzt ordentlich an Grösse zu. Er ist so geschätzte 8-9 cm gross und hat die anderen damit endgültig in Puncto Grösse abgehängt (sind alle drei so 6-7 cm). Ansonsten ist eigentlich nur zu sagen das die geschlossene Pflanzendecke sich Positiv auf das Wohlbefinden auszuwirken scheint (Tagesaktivitäten!)
01/03
16.01.03... Da ist bei bei meinem Händler doch ein L260 ganz allein im Becken... Nein - 4 Stück reichen.
17.01.03... Ach ja? Sonderpreis weil ich´s bin? ... : (Seufz)

Aber schön ist er doch, oder? Nach zwei Stunden Eingewöhnungszeit erkundet der "kleine" (9 cm) erstmal, vollkommen ohne Scheu, das ganze Becken. Er ist noch ein wenig blass aber das wird bestimmt innerhalb kürzester Zeit. Gefressen hat er schon...
Sven Stürcken