Steckbrief:
Hypancistrus zebra (Isbrücker & Nijssen, 1991)
Zebra Harnischwels, Zebrawels, Zebra Peckoltia
(ehem.: L046)+(L098, L173)
Herkunft: Rio Xingo
oberhalb von Altamira (Brasilien)
~ 10 cm
Temp.: 28-30°C
Ernährung: Omnivor
Allgemeines
In Deutschland gelangte der Zebrawels L46 ungefähr 1988 das erste mal in den Handel. Er wurde wegen seiner auffallenden Färbung in kurzer Zeit zum Verkaufsschlager und Sinnbild der L-Welse (Info
) und war sicherlich auch einer der Auslöser des L-Wels Boom. 1991 wurde er von Isaac Isbrücker und Han Nijssen als Hypancistrus zebra beschrieben.
Seit dem 01.07.2004 darf der H. zebra nicht mehr aus Brasilien ausgeführt werden. Er steht in Brasilien auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten
und unterliegt somit einem Ausfuhrverbot. Weitere Informationen hierzu unter diesem Link (Was ist los in Brasilien? Artikel von H. G. Evers in der Datz.)
.
Der H. zebra stammt aus dem Rio Xingu, Brasilien (Wasserwerte Rio Xingu
) und ist somit ein wärmeliebender Wels. Die Temperatur im Aquarium darf nicht unter 26°C sinken. Optimale Temperatur zur Pflege liegt bei 29 bis 30°C. Es ist darauf zu achten das das Wasser niedrige Härtegrade aufweist, sauerstoffreich und sehr gut gefiltert ist um lange Freude an diesem Wels zu haben und Nachzuchterfolge verbuchen zu können.
Bei der Strukturierung des Beckens ist darauf zu achten das viele Höhlen und sonstige Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Die Höhlen lassen sich am einfachsten aus, für das Aquarium geeigneten, Schieferplatten herstellen und dürfen nicht zu gross sein (~12x7x5 LxBxH in cm). Es werden aber auch getöpferte Höhlen im Internet angeboten die speziell auf die Bedürfnisse von Hypancistrus und Co. zugeschnitten sind.
Wenn beide Geschlechter im so Eingerichteten Becken vorhanden sind, sollte eine Zucht kein Problem darstellen. Wenn das Männchen eine Höhle besetzt hat und Weibchen versuchen mit in die Höhle zu schlüpfen, kann man schon sehr sicher sein das sich in kürze Nachwuchs einstellt. Nach der Eiablage schlüpfen nach 5 bis 7 Tagen aus den wenigen Eiern die mit einem grossen Dottersack ausgestatteten Jungwelse. Nach ungefähr 10 bis 13 Tagen ist der Dottersack aufgebraucht und die kleinen fangen an auf Futtersuche zu gehen. Wenn wirklich konsequent auf die Hygiene geachtet wurde wird die Aufzucht problemlos gelingen.
Tagebuch
Welch Überraschung! Zum Geburtstag bekam ich einen Gutschein über ein paar Hypancistrus zebra von meiner Familie geschenkt! Wahnsinn! Und das bei den zur Zeit "üblichen" Preisen (irgendwo um die 70 Euro)! Super... mich hatte der hohe Preis bis jetzt sehr effektiv abgeschreckt. (Noch mal DANKE an meine Frau und den Rest der beteiligten Familie!)
28.11.02
Mein Paar vom Gutschein plus einen "Extra" (der wäre sonst alleine zurückgeblieben) heute abend abgeholt! Alle drei sind ca. 6,5 cm gross, gut genährt und waren bei meinem Dealer sehr agil . Nach einer fast 2 stündlicher Eingewöhnungsphase schwammen die drei im Becken und verschwanden erstmal unter dem nächsten Holzstück. Ich lasse sie für heute in Ruhe und werde sie aus der Ferne vom Sofa beobachten.
12.12.02
Allen dreien geht es super. Sie fressen, wenn auch meistens nachts, und zeigen sich auch ab und zu. Besonders lebhaft sind sie (und die anderen Mitbewohner) seit ich einen Powerhead und eine kleine zusätzliche Strömungspumpe eingebaut habe. Demnächst werde ich endgültig die HQL gegen dimmbare T5-Leuchten austauschen. Damit dürfte ich den Bedürfnissen der Zebras und den anderen Welsen sehr entgegenkommen und werde hoffentlich mit einigen Beobachtungen an hellen Tageszeiten belohnt.
21.12.02
Alle drei sind wohl auf... aber viel zu sehen gibt es nicht. Sie fressen offensichtlich alles was geboten wird ( Tabs, Granulat, Tk-Futter...). Seit dem die Schwimmpflanzen eine geschlossene Decke bilden, kommt aber zumindest einer der drei zum fressen auch tagsüber heraus. Bin mal gespannt wie sie sich verhalten wenn ich die Beleuchtung umrüste...
13.04.03
Den dreien geht es offensichtlich gut. Sie lassen sich auch tagsüber des öfteren sehen und sind zu den Futterzeiten immer in der nähe der Futterplätze und warten auf ihre Mahlzeiten. Wachstum kann ich nicht wirklich feststellen. Gut genährte dicke Bäuche haben sie immer... Aber wachsen...? Na, mal abwarten was sich da in den nächsten Monaten so ergibt.
Irgendwann im März 04
Während unseres Urlaubes verstarben alle drei Hypancistrus zebra und drei der Hypancistrus sp. L260. Im nachhinein liess sich leider nicht mehr feststellen was die Ursache für dieses sterben war. Bei unserer Ankunft waren die Wasserwerte natürlich schon katastrophal (extrem hoher Nitrat- und auch Nitritwerte) durch die zersetzten Fischleichen. Vor dem Urlaub wurde noch ein Wasserwechsel gemacht und die Technik durchgecheckt. Wie schon geschrieben: die Ursache liess sich leider nicht mehr feststellen. :-(((
Sven